Gib einem Mann einen Fisch…

… und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben. Diese Weisheit des Konfuzius ist vielen bekannt. Sie enthält den Nachhaltigkeitsgedanken „Hilf jemandem sich selbst zu helfen“, der häufig so ausgelegt wird, dass eine unmittelbare Unterstützung grundsätzlich vermieden werden sollte. Auf diese Weisheit übertragen sollte ich also dem Mann unter keinen Umständen einen Fisch geben, sondern ihm ohne Umweg das Fischen beibringen. Wenn ich das aber tue, stürbe mir der Mann höchst wahrscheinlich weg, noch bevor er die Gelegenheit dazu hätte auch nur den kleinsten Fisch aus dem Wasser zu ziehen. Und ich dürfte vermutlich wegen unterlassener Hilfeleistung in einem besonders schweren Fall eine JVA von innen sehen. In diesem Fall also gilt: Erst den Fisch und dann Hilfestellung geben.

Aber übertragen wir das Ganze einmal auf den Bereich der Unternehmensberatung. Natürlich wäre es schön, wenn jedes Unternehmen in der Lage wäre sich in Problemsituationen selbst zu helfen. Oder wenn Unternehmen lernen könnten sich selbst zu helfen. Das würde aber nur da funktionieren, wo häufig das gleiche Problem entsteht. (Dann ist eher der Grund für das wiederkehrende Problem zu beseitigen, als jedes Mal einzugreifen wenn es auftaucht.) Berater werden ohnehin meistens in Situationen gerufen die Unternehmen nicht kennen, in denen sie sich deshalb nicht helfen können und die im Regelfall in dieser Konstellation nie wieder auftreten. Das sind also Situationen um den Fisch zu geben, nicht um das Fischen zu lehren.

Auch in anderen Beratungssituationen ist der Prozess des Lehrens statt des Helfens so zeitaufwendig, dass auch ein Unternehmen „wegsterben“ könnte, während es gezeigt bekommt wie genau das zu verhindern wäre. Mit ihm stürben Arbeitsplätze und Existenzen. Letztendlich sind viele Menschen von einem einzelnen Unternehmen abhängig. Aufs Spiel setzen sollte diese niemand grundlos.

Oft werden Berater belächelt, verschrien und sogar als Ursache der Probleme beschimpft. Meistens tun sie einfach ihren Job und versuchen zu helfen, wo andere wegschauen und den Fisch für sich behalten. Klar werden sie für den Fisch bezahlt. Aber die Gegenleistung ist im Erfolgsfall viel mehr wert.

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